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SEHENSWÜRDIGK.
Das Freilichtmuseum in Hol
Die alte Kirche von Hol

S E H E N S W Ü R D I G K E I T E N
Die alte Kirche von Hol

„Die alte Kirche von Hol füllt seinen Platz im Tal wie das Pünktchen auf das I“, schrieb der Reichsantiquar Harry Fett 1916. Die kleine, braungebrannte Kirche war seit dem 12. Jahrhundert das zentrale Gebäude in der Gemeinde Hol, und hatte immer schon einen speziellen Platz bei den Bürgern gehabt.

Nach Überlieferungen ist dies die dritte Kirche, die gebaut wurde. Die Älteste stand in Kyrudalen (Kirchental) und fiel einem Erdrutch zum Opfer. Die Andere stand in Tingvoll etwas westlich von der jetzigen Kirche. Die alte Kirche, wie sie heute da steht, wurde im Laufe der Zeit mehrere Male angebaut so wie die Bevölkerungszahl wuchs.

Die Apsis im östlichen Teil ist der Teil, der von der ursprünglichen Stabkirche aus dem 12. Jahrhundert übrig geblieben ist. Später wurden Erweiterungen im 15. Jahrhundert, 1697 und 1799 vorgenommen bis zu der heutigen Form. Die grösseren Restaurierungsarbeiten wurden unter der Leitung von dem Architekten Halvor Vreim ab 1938 begonnen, und mit der Erneuerung der Steinmauern unter der Leitung von Ola Grostølen 1953/54 abgeschlossen. Zu diesem Zeitpunkt war der Mann 86 Jahre alt. Früher hatte die Kirche ein Schindeldach, aber in den Jahren 1838 - 40 wurde das heutige Schieferdach gedeckt. Bis 1697 hatte die Kirche auch Rundgänge, die dann bei der Erweiterung abgerissen wurden. Im gleichen Jahr wurde auch das Waffenhaus (der Eingang) der heutigen Kirche gebaut.

Das Schloss an der Eingangstür stammt vom Schmied Svein Torgerison Erset. (geb. 1788) Zu dem Fussboden der Kirche wurden hauptsächlich Stäbe der alten Stabkirche verwendet.

Innen fühlt man nicht so sehr, dass man in einer Mittelalterkirche ist. Zum Teil liegt es an den Umbauten, und zum Teil daran, dass die Gegenstände aus dem Mittelalter in die Altertumssammlung der Universität eingegliedert wurden. Aber wir finden jedenfalls eine Uhr aus dem Mittelalter, eine Truhe und eine Säule mit Schnitzereien am Altar. Die Kanzel ist von 1697 und hat damals 14 Reichstaler gekostet. Ursprünglich hatte sie eine Wendeltreppe, die aber beim Verlegen der Kanzel über den Altar 1798/99 verschwand. Das Altarbild ist von 1703. Es wurde der Kirche vom Pfarrer Engelstrup gespendet.

Die Akanthusschnitzereien wurden wahrscheinlich von dem Bildhauer Hans Foed aus Kopenhagen gefertigt. Somit kam der Barockstil nach Hol. Der Altarring stammt wahrscheinlich von 1798/99 und das Taufbecken von 1697. Früher gab es schöne Bänke mit Schnitzereien in der Kirche. Eine davon ist in der Altertumssammlung der Universität aufbewahrt. Es gab 36 davon in der Kirche. Die wichtigsten Bürger hatten ihre speziellen Stühle, und Reste von dem Amtmannstuhl sind auf dem Kirchenspeicher bewahrt. Alle Stühle wurden 1882 entfernt, und es wurden etwas einfachere Stühle mit offenem Rücken hineingestellt. Die jetzigen Bänke wurden 1950 eingebaut. Auf der Galerie finden wir Bänke von 1882. Die Galerie wurde 1697 gebaut, aber zur jetzigen Grösse 1798 - 99 vergrössert.


Andere Gegenstände in der Kirche.

Eine Altardecke mit dem Motiv des Lebensbaumes und den klugen und schlechten Jungfrauen, zwei ziemlich grosse Messingleuchter und ein paar grosse Holzleuchter von 1703. Der jetzige Kronleuchter wurde vom Pfarrer Hofgaard gegen den alten getaucht, als er 1801 nach Sigdal umzog. Er war mit seinem Gehalt nicht zufrieden! Den ursprünglichen Leuchter bekam die Kirche 1727. Die kleine Kirchenglocke stammt aus dem Mittelalter, und die andre von 1731. Die Bibel von Christian 4. wurde der Kirche vom früheren Pfarrer in Hol Einar Høyer 1939 gespendet, und stammt aus dem Jahre 1632. Hier gibt es auch eine Truhe aus dem Mittelalter, schöne Schränke aus der Renaissance, zwei Renaissancestühle und ein Barockstuhl, um einiges zu nennen, was Sie in der Kirche sehen können.


Spezielle Vorkommnisse / Kennzeichen

In der alten Kirche in Hol gibt es ein Urinal, welches Sie sicher nirgendwo anders im Land oder sogar auf der Welt finden können. Um 1830 - 40 herum war Stenersen hier Pfarrer. Er war bekannt als Essen- und Trinkpfarrer. Tor Villand war eine Zeit lang Kirchendiener unter Stenersen, und auch er trank gerne. Natürlicherweise verlangte die Natur ihr Recht unter den langen Gottesdiensten und Tor Villand liess von Tor Hago das Urinal 1841 herstellen. Somit wurde das Problem gelöst. Über dem Urinal stand in etwa folgendes geschrieben:

„Der Pfarrer und der Kirchendiener lassen hier ihr Wasser laufen.
Das verhindert Schaden wenn man stark muss.
Zu ihrem Wohle ist die Rinne gemacht.
Man nennt sie Tor Knudsen Willands Gedenken“

(Geschrieben 1841 von Stenersen, Pfarrer)

Auf dem Urinal steht geschrieben:
„Zum ersten Mal benutzt am 3. Sonntag i Trinitatis.“



Brand

Bis 1879 war die Kirche ohne Heizung, und da wurde der erste Ofen installiert, der nächste kam 1893. Diese wurden bei der Restaurierung (1938 - 54) entfernt. Weihnachten 1920 wurde vom Kirchendiener Ådne Hallingstad die Kirche von früh morgens an für das Hochamt aufgewärmt. Es war ein sehr kalter Weihnachtstag, und Ådne hatte eine harte Arbeit mit dem Aufwärmen der Kirche. Die Ofenrohre gingen direkt durch das Dach, und Ådne bemerkte unter der Messe, dass es im Dach zu brennen begonnen hat. Ådne war ein sehr flinker Kerl, und er reagierte mit einem Mal, und sprang hinauf zum Kirchenturm, warf sich aus dem Fenster und riss die Schindeln rund um das glühwarme Rohr heraus.

Es brannte ordentlich, und Ådne warf Schnee darauf, und zog seine Jacke aus, um das Feuer damit zu ersticken. Es war viel Schnee auf dem Dach, und somit konnte das Feuer gelöscht werden. Ådne Hallingstad hatte die alte Kirche gerettet. Er har sich dabei die Kleider und Schuhe ruiniert, und ein Gesuch an den Gemeinderat, um diese erstattet zu bekommen, wurde abgeschlagen. (Es drehte sich um 25 Kronen.) Der Betrag wurde jedoch etwas später bezahlt.